Sitzung ProRad-EN am 10. März 2015

Sitzung ProRad-EN am 10. März 2015

Zusammenfassung der Sitzung ProRad-EN am 10. März 2015 um 19 Uhr, Ort: Haus Ennepetal, Tagungsraum 2

1. Freizeit und Tourismus:

Frau Böttcher berichtet von der Messe „Camping und Reise“ in Essen, wo die ersten gedruckten Exemplare der Radkarten vorgestellt und verteilt wurden. Es bestand seitens der Besucher großes Interesse. Zwei weitere Karten sind noch in Arbeit und sollen auch demnächst vorgestellt werden. Da die Drucklegung der Karten unter Zeitdruck erfolgte (Messetermin!) besteht noch Verbesserungsbedarf – vor allem die folgenden Punkte wurden diskutiert:

a) Die Steigungen sollten mit Pfeilen gekennzeichnet werden. Das sollte so geschehen, dass sich die prozentuale Steigung und die Länge ungefähr ablesen lassen. Die Informationen können aus den GPS-Daten oder durch erneutes Abfahren gewonnen werden. Mit diesen Informationen lassen sich dann die Routen auch „klassifizieren“ und bestimmten Zielgruppen zuordnen (z.B. Familien mit Kindern, die i.a. nicht über Pedelecs verfügen, oder eben Pedelec-Fahrer)

b) Für die Zukunft wären auch eine Routenbeschreibung und weitere Infos (z.B. Gastronomie) auf der Karte wünschenswert. Zunächst sollen die vorhandenen Strecken aber getestet werden, ob z.B. Probleme mit Grundstücksbesitzern, Steigungen, Zustand der Fahrbahn o.ä. auftreten.

c) Die Beschilderung bleibt zunächst ein Problem. Die einzige „offiziell“ ausgeschilderte Strecke ist die „Enneperunde“ – die Beschilderung ist größtenteils erfasst und beschrieben. Dort, wo die Strecke deckungsgleich mit dem Landesweiten Radwegenetz (weiße Schilder mit roter Schrift) verläuft, ist die Beschilderung der Enneperunde an dieser Wegweisung angebracht. Das Kataster der vorhandenen Zeichen für diese Strecke liegt Herrn Höhl vor. Bemängelt wurde, dass – vor allem bei den Abkürzungsstrecken – die Wegweisung nicht immer klar und eindeutig ist. Bei einer der nächsten Touren sollte anhand der Unterlagen die Beschilderung überprüft und gegebenenfalls repariert/ergänzt werden. Auch die Routenführung könnte dabei noch verbessert werden, Beispiele:

  • Vom Voerder Zönchen Richtung Friedhof/Loher Straße, parallel zur Lindenstraße, wo eine sehr umständliche Verkehrsführung vorhanden ist.
  • Von der Effeyschule Richtung Voerder Zönchen (Einbahnstraße falsch herum), wo eventuell der Weg um 50m verlegt werden könnte.

d) Eine offizielle Beschilderung der „neuen“ Routen ist ein langwieriger Prozess, der nur in Zusammenarbeit mit dem Kreis durchgeführt werden kann. Übergangsweise könnten auch „inoffizielle“ Schilder (wie es bei der Nordbahntrasse in Wuppertal geschehen ist) verwendet werden. Solche Schilder könnten kurzfristig hergestellt werden (Jost Störring), beim Anbringen sind jedoch die Rechte der Grundstücksbesitzer zu beachten.

e) Bei allen vorgeschlagenen Strecken ist weiterhin zu überlegen, wie die interessierten Radler dorthin gelangen. Darum sollten in die Pläne Bahnhof, Bushaltestellen, Parkplätze, Campingplätze, … eingetragen werden.

Als langfristiges Ziel wurde von einigen Teilnehmern ein Knotenpunktsystem favorisiert, das uns u.a. die folgenden Vorteile bringen könnte:

  • Radfahrer könnten ihre eigene individuelle Routen zusammenstellen
  • dabei könnte der Schwierigkeitsgrad individuell gewählt werden
  • Routenvorschläge könnten über Verbindungen der einzelnen Punkte erstellt werden
  • für ein solches System sind prinzipiell Fördermittel zu bekommen

So etwas geht nur, wenn innerhalb des Kreises (und darüber hinaus) eine „Vernetzung“ hergestellt wird, auch zu den relativ gut erschlossenen Wegen des nördlichen EN-Kreises. Hier ist die interkommunale Zusammenarbeit gefordert. (Auch mit Kreis und EN-Agentur)

Für weitere Informationen will Heinz Ehmann Karten des ADFC für unsere Region besorgen, diese können in den nächsten Sitzungen diskutiert werden. Vergleichen sollte man auch die „Fahrradstadtpläne“ aus Essen, Bochum, Solingen. Diese Pläne sind teilweise recht unterschiedlich (Kartenbild, Papier, eingetragene Wege,…) und können uns Anregungen liefern.

Hier nochmal der Link aus der Einladung, für alle diejenigen, die sich mit den vorhandenen Routen näher befassen wollen:
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Ennepe-Ruhr-Kreis/Radwege . Hier findet man eine gute Zusammenfassung aller Routen im EN-Kreis, auch die „alten“ Radwege sind dort aufgelistet (EN 1 bis EN 14). Interessant auch die Wittener Einzellösungen mit eigenen Beschilderungen.

2. Alltagsradeln:

Herr Höhl berichtet über die aktuellen Baumaßnahmen und -vorhaben im Stadtgebiet:

  1. aktueller Stand „Enneperunde“ in Hasperbach (Lückenschluß)
    Zur Zeit laufen hier Abstimmungsgespräche zwischen Stadt Ennepetal und dem Landesbetrieb, da im Zuge der Bauarbeiten auch noch weitere Stellen in diesem Bereich hergestellt werden müssen. Ein Treffen mit den Verantwortlichen des Landesbetriebes soll am 17. März stattfinden.
    Der Zuschuss ist bewilligt, die Bauarbeiten sollen 2015 / 2016 durchgeführt werden. Wir sind uns einig, dass die problematischsten Stellen der Enneperunde in Haspe liegen (enge Verhältnisse mit Grundstücksausfahrten und parkenden Fahrzeugen, Schwerlastverkehr) und dass hier die Stadt Hagen gefordert ist.
  2. B7 / L700  Baustelle bei ESM
    Es ist nicht klar, wie der Landesbetrieb den Gehweg nach Abschluss der Maßnahme herstellt. Diese Strecke ist überregionaler Radweg und Teil der Enneperunde und ist außerdem im Radwegekonzept Ennepetals mit kombiniertem Fuß-/Radweg vorgesehen. Radwege liegen im Verantwortungsbereich des Kreises bzw. der Stadt, weshalb die Stadt eigentlich im Vorfeld hätte beteiligt werden müssen. Das ist wohl nur unzureichend geschehen, Ausbaupläne liegen der Stadt jedenfalls nicht vor. Es besteht auch Unklarheit, wie weit genau die Maßnahme durchgeführt wird. Das soll alles bei dem Treffen am 17. März zur Sprache gebracht werden. Eine angedachte Resolution unserer Gruppe an den Landesbetrieb soll gegebenenfalls nach dem Gespräch verfasst werden.
  3. Kreisverkehr an der B7 (Hembecker Talstraße)
    Vorstellung der Pläne für den Umbau, die vom Büro Brilon, Bondzio und Partner ausgearbeitet wurden. Durch den Kreisverkehr wird der Verkehrsabfluss aus der Hembecker Talstraße erheblich verbessert, ohne den Verkehr auf der B7 zu behindern.Im Tunnel, der sehr eng ist, kann der Radverkehr nicht separat geführt werden. Denkbar wäre es, den Radverkehr vor dem Kreisel auf eine separate Spur und dann um den Kreisel herum zu führen. Der Radius des Kreises wäre dann so, dass er sich auf der vorhandenen Fläche nicht realisieren ließe. Auch die privaten Stellplätze wären betroffen. Laut Herrn Bondzio geht man heute dazu über, den Radverkehr innerhalb der Fahrbahn zu führen, abhängig von Art und Größe des Kreisverkehrs. Angeblich entsteht bei einem im Seitenbereich fahrenden Radfahrer ein größeres Gefährdungspotential, weil er die Zufahrten zum Kreisel ja überqueren muss. Im fließenden Verkehr sei die Gefährdung geringer. Wichtiger Faktor ist, dass der Radfahrer gesehen wird.Frau Reich meint, dass es heute üblich ist, den Radfahrer außen zu führen und für gute Sichtverbindungen zu sorgen. Es werden Beispiele genannt, wo der Radfahrer vor dem Kreisel auf die Fahrbahn geführt wird und anschließend wieder eine separate Fahrbahn bekommt.

    Der jetzt geplante Kreisverkehr bekommt einen Durchmesser von 36m, was von den Planern als ausreichend angesehen wird. Dem Einwand, dass der Kreisel bei Schwerlastverkehr nicht funktioniert und dass das Verkehrsaufkommen aus der Hembecker Talstrasse zu gering ist, um einen Kreisverkehr zu rechtfertigen, wird mehrheitlich nicht gefolgt (gefühlsmäßig). Auch eine Ampellösung wird mehrheitlich abgelehnt. Ein Kreisverkehr bietet für alle Verkehrsteilnehmer größere Sicherheit. Bei den jetzigen Planungen wird angestrebt, den Radverkehr im fließenden Verkehr mitzuführen, Baubeginn wird jedenfalls erst dann sein, wenn die jetzige Baustelle bei ESM abgeschlossen ist. Auch das soll im Gespräch mit dem Landesbetrieb am 17.März nochmal erörtert werden. Gefühlsmäßig bleiben bei einigen Teilnehmern der Runde „Bauchschmerzen“ bei der beabsichtigten Führung des Radverkehrs.

  4. Kahlenbecker Straße
    Im oberen Bereich fehlt noch die letzte Schicht, nach der Sommerpause soll der Bereich bis Klöber ebenfalls gemacht werden. Erst danach werden die Markierungsarbeiten durchgeführt. Laut Radwegekonzept soll zumindest bergaufwärts ein Schutzstreifen angelegt werden. Das ist auch so geplant, beginnend an der Heilenbecker Straße. Die Fahrbahnbreite ist zur Zeit 7,7 bis 7,9 Meter.Im Verlauf der Diskussion wurden dann die folgenden Missstände / Verbesserungsvorschläge zur Sprache gebracht:
  5. Umlaufsperren an den vorhandenen Radwegen:
    -> Oberbauer, Straße nach Breckerfeld: Die Sperren sind inzwischen abgebaut, festgestellt am 11.3.2015. Das ist zunächst erfreulich, weil ohne Sperren sicherlich eine geringere Gefährdung für die Radfahrer vorhanden ist. Trotzdem sollte für die Zukunft darauf geachtet werden, dass Sperren – wenn sie denn nötig sind, was ja nicht überall der Fall ist – immer gemäß den aktuellen Richtlinien (oder noch fahrradfreundlicher) gestaltet werden. Bei den neu angelegten Wegen im nördlichen Ennepe-Ruhr Kreis ist das normalerweise der Fall, ebenso in Gevelsberg.
    -> Die gleiche Problematik, wenn auch mit geringerem Gefährdungspotential, findet sich im weiteren Verlauf des Radweges Richtung Voerde bei der Überquerung der Landstraße
    -> Ebenso: Radweg am ehemaligen Kompostwerk: (mindestens) zwei Sperren im Bereich der Zufahrt zum ehemaligen Kompostwerk.
    -> Ebenso: Radweg am Gut Braband
    -> Herr Sopp weist nochmal auf einen Bereich der Enneperunde hin, und zwar zwischen Plessen und Hasperbach. Die Schotterpiste ist dort an einigen Stellen so schlecht, dass durch die Abschüssigkeit und die Nähe zum Abhang eine Gefährdung für Radfahrer gegeben ist. Hier sollte möglichst rasch Abhilfe geschaffen werden.  Dieser Streckenabschnitt vom Viadukt über den Hasper Bach bis einschließlich dem Haus Plessen liegt auf Hagener Stadtgebiet. Seitens der Verwaltung wird der Stadt Hagen mitgeteilt, dass in diesem Wegabschnitt die Wegedecke in einem schlechten Zustand ist.Weitere Fragen an Herrn Höhl:
  6. Kann der Weg hinter Altfeld / ESM (ist im Radkonzept enthalten) aktiviert werden? Lässt sich die Eisenbahnbrücke dort für Fußgänger und Radfahrer nutzen?
    Herr Höhl meint, dass das sehr schwierig wird aufgrund der Besitzverhältnisse (Bundesbahn, Altfeld, …) Andere Wege sind in diesem Bereich kaum vorhanden. Ähnliches gilt für den früheren Weg hinter Peddinghaus, der seit dem Bau des Supermarktes nicht mehr genutzt werden kann. Eventuell könnte man ihn auf die Wilhelmshöher Straße führen, da das Ende des Weges von einer Firma genutzt wird. Genauere Angaben können zur Zeit zu diesem Thema nicht gemacht werden.
  7. Frage zu Fahrradboxen / -parkplätze, vernünftige Ständer, beispielsweise am Bahnhof.
    Herr Höhl berichtet, dass es mit anderen Städten Gespräche gegeben habe, auch vor dem Hintergrund, die Boxen vor Vandalismus zu schützen und insgesamt eine halbwegs bezahlbare Lösung zu finden. Zur Zeit lassen sich Fahrräder am Bahnhof gar nicht sicher unterbringen, darum wären als erste Maßnahme vernünftige Fahrradständer angebracht. Problem: Die Kosten sind einerseits recht hoch, andererseits aber nicht hoch genug, um die Bagatellgrenze für Förderungen zu überschreiten.
  8. Werden bei Baumaßnahmen wie z.B. Aldi, … Fahrradstellplätze gefordert? Das ist nicht der Fall, allerdings sind Fahrradständer im Baukonzept der Supermärkte immer vorhanden, auch wenn sie nicht Bestandteil der Baugenehmigung sind.
  9. Wie werden im Integrierten Handlungskonzept für Milspe (IHK) Nahmobilität und Fahrradkonzept eingearbeitet? Zum jetzigen Zeitpunkt liegen hierzu noch keine Daten vor, weil bisher nur ein Grobkonzept erstellt wurde. Später müssen diese Punkte eingearbeitet werden.

Wie erfolgt nun die Umsetzung der von uns vorgeschlagenen Maßnahmen?

Punkt 2 – hier werden wir nach dem Gespräch über den Ausgang informiert, eventuell auch über die anderen Punkte, die dann besprochen sein werden.
Punkt 4 – auch hierüber würde die Gruppe gerne informiert werden, sollte die Auftragsvergabe anders aussehen als heute besprochen.
Punkt 5 – Herr Höhl will zumindest dies an die Stadtbetriebe weiterleiten.
Punkt 7 – ist zur Zeit noch in Arbeit, die Verwaltung würde sich über Vorschläge unsererseits freuen.

3. Kontakte zu Nachbarstädten und Kreis

Herr Rindermann, der für die Grünen in Schwelm Mitglied der Radwegekommission ist, erklärt kurz etwas zur Lage in Schwelm. Die Schwelmer Gruppe hat sich in der Vergangenheit vornehmlich mit innerstädtischen Radwegen (Alltagsradler) beschäftigt und an Kreuzungen oder Ampeln Verbesserungen erreicht. Aktuell stellt sich das Problem der Anbindung an Ennepetal, zur Zeit beabsichtigt über die B7. Auch die Vernetzung, unter anderem die Anbindung an die anderen Strecken stellt eine Herausforderung dar, die aus Sicht von Herrn Rindermann angegangen werden muss.

Die alternative Streckenführung über Hagener Straße / Ambrosius Brandt Straße muss ebenfalls verfolgt werden, eventuell sogar der Fußweg durch den Zuckerberg parallel zu den Bahngleisen.

In Schwelm ist die Stadt Organisator der Kommission, d.h. die Stadt lädt ein. Mitglieder sind Politiker, Verwaltungsmitarbeiter, aber auch Polizei, was bei der Bewältigung von innerstädtischen Verkehrsproblemen sehr sinnvoll ist, sofern man bereits konkrete Maßnahmen umsetzen möchte.

4. Organisatorisches

  • verschoben auf die nächste Sitzung –

5. Termine

  • Erste geführte Tour: 22. März um 10 Uhr am Platsch
  • Nächstes Treffen: 14. April um 18 Uhr im Haus Ennepetal (Tagung X oder Zorbas)
  • 26. April – Anwandern, vielleicht ist das Wetter besser als im letzten Jahr (Bei großer Nachfrage könnten auch zwei verschiedene Touren durchgeführt werden.
  • 31. Mai – Ennepetal auf Rollen und Rädern (Ist bei mir aus familiären Gründen nicht möglich)
  • 21. Juni – Internationales Freundschaftsfest (Menschenkicker und vieles mehr) – lässt sich das mit einer geführten Tour verbinden?
  • Kein Termin im Juli, denkbar wäre der 19.
  • 15. August – Gesundheitstag (ist allerdings ein Samstag)
  • 13. September – Bürgermeisterwahl

Außer der Reihe:

  • 6. Juni – E-Day der Ennepetaler Grünen, Möglichkeit E-Bikes zu testen (Veranstaltung wird noch vorbereitet)

Achtung! Ich bitte um Bekanntgabe weiterer Termine und Veranstaltungen (auch aus den Nachbarstädten), um Überschneidungen zu vermeiden. Auch ein Blick in den Veranstaltungskalender der Stadt kann nicht schaden.

6. Verschiedenes

Kurze Diskussion über die Öffnung von Einbahnstraßen, was nach der neuen STVO die Regel sein sollte. In Gevelsberg gibt es wohl teilweise Probleme, in Ennepetal bleibt zur Zeit nur die Straße am Regensberg ungeöffnet (??).

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